Wie man in den USA sparen kann

Wir reisen gerne, möchten dabei aber nicht so viel Geld ausgeben. Daher möchten wir nun ein paar Tipps geben, wie man beim Reisen durch die USA sparen kann.

Unterkünfte
Als „Erste Welt Land“ sind hier die Unterkünfte teuer und man kann deswegen daran auch am meisten sparen. Wir empfanden die Übernachtungspreise unter Berücksichtigung der gebotenen Qualität als übertrieben hoch. Eigentlich wollten wir für einen Roadtrip typisch in Motels entlang der Straße unterkommen, die wir uns dann spontan ausgesucht hätten.
Motel6
Motels gab es in Hülle in Fülle. Es stellte sich aber sehr schnell heraus, dass sich diese grob in zwei Kategorien einteilen ließen. Bei moderatem Preis (30€-50€ pro Doppelzimmer und Nacht) schien es unabwendbar, dass sie dubiose Gestalten anlockten, die teilweise dann dort für längere Zeit wohnen. In solchen Motels fühlten wir uns oft nicht so richtig sicher, einmal haben wir wegen einer gewalttätigen Auseinandersetzung im Nebenzimmer fast die Polizei gerufen.
Die zweite Kategorie waren bessere Motels, die zwar schön aber dafür sehr teuer waren. Es handelte sich also eigentlich um Hotels, deren Zimmertüren nicht zu einem Flur, sondern direkt zur Straße aufgehen.
Dieser kleine Unterschied zum „Hotel“ führt zum Teil zu einer Verzehnfachung des Preises. Wir haben Angebote gefunden, die geradezu lächerlich teuer waren (ein ganz normales Doppelzimmer im Dreisternehotel für $400+ pro Nacht).
LasVegas
Um keine bösen Überraschungen bezüglich Preis oder Sicherheit zu erleben, haben wir die Übernachtungen schließlich kurzfristig im Internet vorgebucht:

Booking.com
Bei dieser großen Buchungsplattform nutzen wir vor allem die große Anzahl an Bewertungen, um einen authentischeren Eindruck zu bekommen. Obwohl es sich hierbei um eine etablierte, reguläre Plattform handelt, gibt es bei Angeboten zum Teil sehr gute Hotels zu einem günstigen Preis. Dies erfordert aber weiterführende Vergleiche und Recherche.

Hotwire.com
Hier erfährt man erst nach der verbindlichen Buchung in welches Hotel man fährt. Diese Hotwire „Secret Hot Rate Hotels“ sind Restkontingente an Hotelzimmern, die deutlich unter ihrem eigentlichen Preisniveau angeboten werden. Man kann natürlich Datum und Ort vorgeben und auch weitere Eingrenzungen vornehmen, wie etwa Sterneanzahl, inbegriffenes Frühstück oder was in unserem Fall besonders wichtig war: ein kostenloser Parkplatz. Ein gutes Angebot haben wir noch auf deutschem Boden vor Abflug erhalten: ein tolles 4 Sterne Hotel mit kostenlosem Flughafen-Shuttle für 30€ pro Zimmer und Nacht. In Washington DC haben wir in einem 3 Sterne Hotel für 50€ geschlafen und somit $300 im Vergleich zum vor Ort ausgewiesenen Preis gespart.
Man sollte bei der Auswahl natürlich stets die Weiterempfehlungsrate beachten.
Zudem gibt es Foren im Internet, die sich darauf spezialisiert haben herauszufinden welches Hotel man tatsächlich bekommen könnte. Wir haben dies öfter genutzt und in vielen Fällen hat es auch gestimmt.

Priceline.com
Ähnlich wie bei Hotwire weiß man vor der Buchung nicht welches Hotel man bekommt, das Prinzip ist aber anders. Man bietet zum Beispiel $50 auf ein 3 Sterne Hotel in Washington und wartet etwas. Wird das Gebot angenommen ist sofort verbindlich gebucht. Da man hier nicht so viele Parameter (wie etwa den kostenlosen Parkplatz) festlegen kann, haben wir die Seite nicht so oft genutzt.

airbnb.com
Neben diesen klassischen Arten der Unterkunft haben wir häufig airbnb benutzt. Hier vermieten Privatleute Zimmer oder ganze Wohnungen/Häuser. Wenn man kostenbewusst unterwegs ist, kann man sich praktisch nie eine eigene Wohnung oder gar ein Haus leisten sondern bewohnt einfach ein Zimmer und kann teilweise Küche und Wohnzimmer mitbenutzen. So haben wir in so manchem ehemaligen Kinderzimmer geschlafen. Manchmal hat man ein eigenes Bad, manchmal muss man es teilen. Viele Gastgeber bei denen wir in den USA waren verdienen sogar hauptberuflich mit airbnb ihr Geld, mehr oder weniger professionell. Einge Anbieter wittern das schnelle Geld und vermieten ihr Gartenhütte mit selbstgebauter Komposttoilette oder die 4 Quadrartmeter auf ihrem Boot im Hafen zu nicht gerade unerheblichen Preisen:
airbnbKurios2

airbnbKurios1
Man muss sich darauf einstellen, dass es sich eben nicht um Hotels handelt. Bereits bei der Buchung wird das deutlich, da man dem Gastgeber erst eine Anfrage stellt, in der man etwas von sich berichtet und dann wartet, dass diese akzeptiert wird. Sofortbuchungen gibt es manchmal aber nicht sehr oft. Wir haben nicht nach den allerbilligsten Preisen gesucht, sondern auch nach interessanten Unterkünften. Bei airbnb ist es besonders wichtig die Beschreibungen und die Bewertungen genau zu lesen, damit man keine bösen Überraschungen erlebt. In New Orleans hätten wir uns im Nachhinein gewünscht, dass wir noch intensiver recherchiert hätten nachdem wir die Lage unserer Unterkunft auf der Crime-Map der Polizei gesehen haben.
CrimeMap
Fast alle Unterkünfte haben uns aber sehr gut gefallen und airbnb ist unser neuer Favorit auf Reisen.
Man taucht auf diese Weise richtig in den Alltag der Einheimischen ein und bekommt so eine ganz andere Sicht auf das Land. Wir haben viele lange Unterhaltungen mit Gastgebern geführt und viele unterschiedliche Lebensweisen kennengelernt. Zusätzlich hatten wir manchmal auch einige unterhaltsame Mitbewohner:
Katze Hund2 HuhnHase Hund Huhn

Couchsurfing.org
Ähnlich wie bei airbnb wohnt man bei Privatpersonen. Das war es aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Man zahlt kein Geld und bewohnt wie der Name sagt eher die Couch als ein eigenes Zimmer. Ziel von Couchsurfing ist der kostenlose kulturelle Austausch. Weil wir auf unserem Roadtrip immer nur sehr definierte Zeitfenster für den Aufenthalt in einem Ort hatten, war Couchsurfing ungeeignet.

Hostelworld.com / Hostelbookers.com
In Südamerika oder Asien haben wir diese Seiten fast ausschließlich genutzt. Damit konnten wir auch außerhalb der großen Schlafsääle/“Dorms“ in Hostels günstig unterkommen. Für 5€-10€ in Südostasien oder 30€-40€ in Südamerika (oft mit geteiltem Badezimmer).
In den USA waren die Hostels keine lohnende Alternative, weil die Preise auf einem Niveau mit Mittelklasse-Hotels waren. Eigentlich haben Hostels den Vorteil, dass man schnell mit anderen Reisenden in Kontakt kommt. Das war uns der Aufpreis aber nicht wert und uns hat es noch viel besser gefallen über airbnb die Einheimischen zu treffen.

Ingesamt haben wir mit einer Mischung aus diesen Übernachtungsoptionen einen durschnittlichen Preis von 43,85€ für uns beide zusammen erreicht. Laut „Lonely Planet“ ist ein Vielfaches erforderlich. Dabei haben wir gar nicht immer die billigste Alternative ausgesucht und etwa im einzigen Hotel im Monument Valley $150 für eine Nacht im „Star-Gazing“ Zimmer gezahlt.
Die Recherche nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch, zahlt sich aber auch wirklich aus!

Weitere Möglichkeiten um Ermäßigungen zu erhalten sind Mitgliedskarten. Wenn man in Deutschland beim ADAC ist, kann man sich dort vor Abreise die AAA-Karte des  amerikanischen Pendants kostenlos abholen. Damit gibt es zum Beispiel 10% auf alle Best Western Hotelpreise. Diese Karte bietet jede Menge weiterer Vergünstigungen, nicht nur für Hotels. Eine Übersicht gibt es hier.
Da Jens noch Student war, konnte er noch einen internationalen Studentenausweis bei ISIC bekommen. Damit gibt es weltweit Rabatte. In den USA haben wir mehrfach die 10% bei Motel 6 genutzt.
Gerade vor langen Reisen lohnt es sich seine Clubkarten mal durchzusehen und im Internet zu suchen was für Vergünstigungen damit eventuell möglich sind.
Außerdem kann man sich in den USA in mehreren Supermärkten ganz einfach an der Kasse mit einem kleinen Formular für Bonusprogramme anmelden und sofort sparen. Wir haben mit unserer „Safeway“-Karte über die Zeit viel Geld mit den exklusiven Angeboten für Clubmitglieder gespart.

Essen
Wir sparen zwar nicht an der Qualität des Essens aber es gibt auch hier einige Möglichkeiten, um nicht ganz so viel Geld auszugeben.
Generall kann man das Essengehen ab und an durch Einkäufe im Supermarkt ersetzen, auch wenn man keine Küche hat. Obst und Müsliriegel für zwischendurch gehen immer. Wir haben uns auch oft Sandwiches oder Wraps selbst belegt, zum Beispiel mit Käse, Schinken und Avocado oder Hummus. Meistens haben wir darauf geachtet, dass in den Übernachtungspreis ein Frühstück inbegriffen war. Für die anderen Fälle haben wir uns Becher und Plastiklöffel gekauft und Müsli mit Milch gefrühstückt und unseren Kaffeedurst für je $1 bei MacDonalds gestillt.

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Die beste Möglichkeit, um günstiges und dabei qualitativ hochwertiges Essen zu kaufen ist Wholefoods, eine große Biosupermarkt-Kette. Der Flagship-Store in Austin Texas mit seiner „Taco Alley“ und gefühlten 25 Takeaways im Supermarkt hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Aber auch in den landesweit vertretenen anderen Märkten gibt es immer abgepackte oder frisch von der Theke zusammenzustellende warme und kalte Speisen in großer Variation. Wir haben uns sehr oft Salate gekauft und auch manchmal eine riesige frisch für uns gebackene Pizza aus dem Steinofen. Mit einer solchen Pizza für $14 ist man zu zweit für den ganzen Tag gesättigt.
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Jahreszeit
Die Wahl des Reisezeitraums hat gerade in den USA einen immensen Einfluss auf die Kosten. So hatten wir das Pech am Presidents-Day in Las Vegas zu sein. Hier versuchen eigentlich die Casino Hotels mit günstigen Zimmerpreisen die Leute an ihre Spieltische zu locken. Bei unserem Besuch hatten sich die Preise teilweise mehr als verzehnfacht.
Insgesamt hat es sich aber für uns in mehrerlei Hinsicht gelohnt mitten im Winter durch die USA zu fahren: gerade in Touristenorten (z.B. am Grand Canyon, Monument Valley, Carlsbad Caverns) waren die Übernachtungspreise viel günstiger, außerdem waren die Attraktionen selbst nicht so überlaufen. In den Carlsbad Caverns waren wir fast alleine unterwegs während wir gehört haben, dass sich im Sommer mehrere tausend Menschen täglich durch die Wege zwängen.
Natürlich gibt es auch Nachteile, insbesondere beim Wetter. Wir konnten nicht wissen, dass wir die Ostküste während eines gefühlten einzigen langen Wintersturms entdecken würden. Es war eigentlich ganz lustig, dass wir in unserer airbnb Unterkunft auf einer Insel in Georgia (Südstaaten!) ein paar Tage von der Außenwelt abgeschnitten waren, weil die Brücken wegen Glatteis gesperrt waren. Unsere Winterjacken, die wir ursprünglich eigentlich nur für Island dabei hatten, kamen uns dabei sehr zu Gute. Der Winter war tatsächlich so kalt, dass er einen eigenen langen Wikipedia-Eintrag erhalten hat.

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Neben der Kleidung kommt es auf die persönliche Einstellung an und wir konnten dem Winterwetter auch viel schönes abgewinnen:

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Wegen des Wetters waren einige Straßen und Nationalparks nicht gut erreichbar und wir haben unsere ursprünglich geplante Route immer wieder geändert.
Insgesamt haben wir aber wohl einen sehr authentischen Eindruck von den USA erhalten, da vieles das wir gesehen haben aufgrund der Jahreszeit wesentlich untouristischer war.

Mietwagen
Mit dem extremen Winter hatten wir zwar nicht gerechnet aber wir haben uns vorsichtshalber ein Auto mit Allradantrieb und daher ein kleines SUV gemietet. Für 6 Wochen ist dies schon ziemlich teuer. Durch unsere Mitgliedschaft im ADAC haben wir bei Hertz einen besonderen Tarif erhalten und so damit wieder gespart. Inklusive der Einwegmiete ($500) haben wir insgesamt 1850€ gezahlt.
Bei der Vorabrecherche im Internet haben wir gelesen, dass man eine Autokategorie bucht und sich insbesondere an großen Vermietungsstationen wie etwa am Flughafen das Auto in der Kategorie aussuchen kann, das einem am besten gefällt. In New York gab es keinerlei Auswahl und wir haben den Jeep Liberty zugewiesen bekommen.
Nach 3 Tagen und 1500km waren wir mit der schlechten Straßenlage und dem Spritverbrauch so unzufrieden, dass wir uns bei einer Hertz-Station beschwert und sofort den Toyota Rav 4 bekommen haben. Auch hier gab es wieder keine Möglichkeit sich sein Auto auszusuchen. Die nächsten 2600 Meilen durch die Kälte waren wir mit dem Auto sehr zufrieden, bis es in Albuquerque anfing komische Geräusche zu machen.
Wieder bei der Hertz-Station angekommen war hier der Mitarbeiter tatsächlich mit Herz bei der Sache. Nachdem er uns verschiedene andere Autos angeboten hatte, die uns alle nicht zusagten (SUV ohne Allrad, hoher Spritverbrauch etc.) und einem längeren Gespräch über unsere Reise und Autos machte er uns ein Angebot, das wir nicht ablehnen konnten. Wir bekamen so unser Ford Mustang Cabriolet für $300 Aufpreis für die restlichen 3 Wochen: für wenig Geld ein gutes Upgrade.

Generell haben wir in den USA mehrfach die Erfahrung gemacht, wenn man ein Problem hat und dies freundlich  schildert, man mit etwas Glück geldwerte Vorteile erhält.

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