Dampfmaschinen und Spitzenhäubchen

Wir haben nicht sonderlich viel von Oamaru erwartet und es war nur als kurzer Zwischenstopp geplant. Letztendlich haben wir hier aber mehrere sehr schöne Tage verbracht. Besonders am Wasser kann man wunderbar spazieren gehen und in der Nacht mit viel Glück sogar ein paar kleine blaue Pinguine beobachten (um sie nicht mit dem Blitz zu stören aber kaum fotografieren).
Pier2
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Harbour1
Pier1
Penguins
Die kleine Hafenstadt war Mitte des 19. Jahrhunderts ein wichtiger Umschlagplatz für landwirtschaftliche Produkte, insbesondere gefrorenes Fleisch. Die ersten neuseeländischen Kühlhäuser wurden in den 1850er Jahren hier errichtet. Die aufwändigen viktorianischen Hausfassaden, die uns so gut gefallen haben, sind auf den Boom dieser Zeit und den damit einhergehenden Reichtum zurückzuführen.
Heute ist Oamaru keine florierende Hafenstadt mehr. Die in großer Zahl leerstehenden Lagerhallen werden sehr kreativ genutzt, es gibt Restaurants, Bars, Kunstgalerien, Second Hand Läden und jede Menge Skurrilitäten.
WhiskyDistillery
WoolAndGrain
GrainAndSeed
Gallery
Gallery2
Gallery3
Boats
BackAlley
Auctioneers
In einer kleinen Weinbar, wo der hauseigene Wein im Hinterzimmer hergestellt wird, haben wir unter anderem das in Neuseeland beliebte ägyptische Dukkah / Duqqa (eine Mischung aus Gewürzen und Nüssen, die mit Olivenöl und Brot gedippt wird) probiert und mehr über die Steampunk-Bewegung erfahren.
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Oamaru ist die selbsternannte Welthauptstadt des Steampunk. Es handelt sich um eine Art Kunstform, die das Alte mit dem Neuen verbindet. Namensgebend sind die zischenden Dampfmaschinen („Steam“) aus dem viktorianischen Zeitalter und eine unangepasste Lebenseinstellung („Punk“). In der ganzen Stadt findet sich das Steampunk Motiv wieder, zum Beispiel in einer großen Auswahl an viktorianischen Secondhand-Kleidern, Bildern und großen und kleinen Kunstwerken. Das „Steampunk Head Quarter“ ist ein riesiges, interaktives Museum.
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Eine im Gegensatz dazu beschauliche Demonstration des Lebens im viktorianischen Zeitalter war die authentische Darstellung eines Bauernhofes aus dieser Zeit. Wir haben hier gesehen, wie man per Hand Butter herstellt, Lebensmittel einkocht und haltbar macht und dass die Neuseeländer eine merkwürdige Vorliebe für bedruckte Geschirrhandtücher haben. Der uns vorher völlig unbekannte aber in Neuseeland sehr berühmte Fernsehkoch Richard Till hat erst ein typisch neuseeländisches „Mutton Stew“ (Hammeleintopf) zubereitet und danach ausgiebig seine mehr als 150 Handtücher umfassende Sammlung präsentiert.
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Zum Abschluss wurden wir noch Zeuge eines traditionellen schottischen „Burns Supper“: Von Musik aus dem Dudelsack und einem Gedicht von Robert Burns begleitet wurde ein typisch schottischer „Haggis“ (mit Innereien gefüllter Schafmagen) zelebriert. Hintergrund für diese Tradition sind die vielen schottischen Einwanderer dieser Region.
Haggis

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6 thoughts on “Dampfmaschinen und Spitzenhäubchen

    • Hallo in die Heimat! Der Antrieb ist ein Flux-Generator und damit kann man sogar zurück in die Zukunft 😉 Wir drücken die Daumen für das Fußballspiel, gehen aber wohl eher nicht um 4Uhr morgens hier in einen Pub um dort das Spiel zu gucken 😉 Liebe Grüße

  1. Was ist eigentlich los? Habt ihr etwa Urlaub oder warum liest man von euch nichts? Wir müssen uns aber keine Sorgen machen? Liebe Grüße aus dem sonnigen Hannover! Simone

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