Mit Terrakottakriegern ins Jenseits

Eigentlich war unser Plan viel länger in China zu bleiben und weitere Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Außerdem wollten wir nach Tibet fahren.

Neben der Hitze, den Menschenmassen zur Hauptreisezeit und dem allgegenwärtigen Smog, gab es kaum noch freie Plätze in Zügen. Zudem waren diese stark überteuert und an ungünstigen Daten. Fliegen war absurd teuer.

Auf einer der Hauptreisestrecken von Peking nach Xi’An konnten wir glücklicherweise noch einen Platz in einem Schnellzug ergattern. Wir hatten den nächstbesten halbwegs günstigen Flug aus China heraus gebucht und dieser sollte schon einen Tag später nach Hong Kong gehen.

Daher haben wir unsere Zeit in Xi’An ausschließlich darauf verwandt, die weltbekannte Terrakotta Armee zu besuchen.

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Auf der Fahrt aus der Stadt haben wir zunächst gelernt, wie die Figuren aus Ton hergestellt wurden (und wie man dies heute vermarkten kann).

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Bauern entdeckten beim Brunnen-Bohren im Jahr 1974 zufällig erste Hinweise auf ein mögliches Grabmal. Darauf folgende Ausgrabungen machten die unglaublichen Dimensionen der Terrakotta Armee deutlich. Sie ist bis heute nur zu einem geringen Teil freigelegt und erforscht. Ursprünglich waren alle Figuren bunt bemalt. Kommen sie nun in Kontakt mit Luft, verblasst die Farbe binnen weniger Tage. Unser Guide beschrieb ein passendes Konservierungsverfahren, das deutsche Wissenschaftler entwickelt hätten, dieses sei aber noch zu teuer und nicht von Chinesen kopiert.

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Es handelt sich um eine mehr als 7000 Krieger umfassende, lebensgroße Armee, die den ersten chinesischen Kaiser Qín Shǐhuángdì nach dessen Tod im Jahre 210 vor Christus in die Nachwelt begleiten und ihn dort beschützen sollte. Es wird davon ausgegangen, dass mehr als 700’000 Arbeiter benötigt wurden, um die mehr als 7000 Krieger mit ihren Waffen, Pferden und Wagen individuell zu gestalten. Die Armee ist in Formation aufgestellt und die unterschiedlichen militärischen Ränge sind deutlich zu unterscheiden. Jedes einzelne Gesicht ist verschieden gestaltet und die Meinungen gehen darüber auseinander, ob die Töpfer hier eigene Kreativität walten ließen oder die tatsächlichen Krieger Modell standen.

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Das frühere Feld, auf dem die Bauern nach Wasser gruben lässt sich heute nur noch erahnen. Um das heutige Weltkulturerbe ist ein riesiger touristischer Komplex entstanden, wo man sich – ganz kapitalistisch – gegen Geld mit dem bäuerlichen Entdecker fotografieren kann (was wir nicht getan haben) oder eine personalisierte Kriegerstatue mit seinem eigenen Gesicht erwerben kann.

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