Yangon – Ankunft im Land der goldenen Stupas

Nachdem wir unsere Pässe mit dem Visum wiederbekamen, ging es weiter. Aber wohin eigentlich? Als allererstes Stellt sich nämlich die die Frage : Myanmar oder Burma – was ist jetzt politisch korrekt? Die Antwort ist nicht trivial. Der offizielle Name ist seit 1989 „Republik der Union Myanmar“, da dies aber ein Name ist, der von der Militärregierung vergeben wurde, gibt es viele Staaten, die weiterhin bei Burma (deutsch auch: Birma) bleiben, um zum Ausdruck zu bringen, dass sie diese nicht anerkennen. Eigentlich haben Myanmar und Burma aber den gleichen Wortursprung und bezeichnen die größte Volksgruppe des Landes – die Burmesen.

Gelandet sind wir in der früheren Hauptstadt Yangon (früherer Kolonialname: Rangoon). Sie ist immer noch die größte Stadt des Landes. Seit 2005 gibt es eine „künstliche“ neue, zentral gelegene Hauptstadt: Naypyidaw.

Burma ist touristisch nicht sehr erschlossen. Beispielsweise ist eine Anreise eigentlich nur per Flugzeug möglich. Allerdings haben sich viele der Informationen, die wir vorab gelesen oder von anderen Reisenden hörten, nicht bewahrheitet. Insbesondere sollte man nur in US-Dollar zahlen können und dies auch nur in makellosen und unverknickten Scheinen und zudem gäbe es auch keine Geldautomaten/ATMs. Daher solle man alles Geld in Bar mit sich tragen und peinlich genau auf den Zustand der Scheine achten. Das haben wir aufgrund des hohen Risikos nicht gemacht und wir hatten auch nie Probleme einen Geldautomaten zu finden. Im Gegenteil. Es wurden für unseren Geschmack sogar zu viele aufgestellt – sogar mehrere mitten im Tempel.


Im Vergleich zu den anderen asiatischen Ländern haben wir einen deutlichen Unterschied gemerkt. Es war noch nicht alles so sehr auf Touristen ausgerichtet und fühlte sich teilweise etwas authentischer an, andererseits waren andere Sachen nur auf Touristen ausgerichtet und daher unverhältnismaßig teuer. Zum Beispiel Unterkünfte oder Taxifahren. Während wir in Vietnam ein luxuriöses Zimmer für 15€ pro Nacht für uns beide bekamen, mussten wir hier 50USD für ein schimmeliges, winziges Hostel-Zimmer zahlen.

Schon beim allerersten Spaziergang durch die Stadt fielen uns die teilweise sehr heruntergekommenen Kolonialbauten (die teilweise interessant renoviert werden) und die offensichtlich großteils sehr armen Menschen auf. Dagegen gab es im Straßenbild auch immer wieder extreme Ausnahmen, wie zum Beispiel der auch für deutsche Verhältnisse sehr teure Rolls Royce.












Burma ist ein sehr stark vom Buddhismus geprägtes Land. In keinem anderen haben wir so viele mit Echtgold überzogene Pagoden, Stupas und Buddhafiguren gesehen, wie hier. In der Spitze der Shwedagon Pagode befinden sich mehr als 5000 Diamanten, einer mit sogar 76 Karat. Mönche, Einheimische und Touristen suchen diesen Ort zum Beten und Entspannen auf:









Unser größtes Aha-Erlebnis hatten wir am Bahnhof beim Ticketkauf. Wir dachten zuerst, dass jemand etwas geschlachtet hätte und alles voller Blut sei. Dies ist aber auf den Böden des ganzen Landes so. So gut wie jeder kaut Betelnuss: Alte, Junge, Männer und Frauen. Teilweise ist uns das schon in anderen asiatischen Ländern begegnet, aber nirgends so exzessiv wie hier. Das mag auch daran liegen, dass hier eine besonders starke Form der Betelnuss im Umlauf ist, die neben der hungerstillenden auch eine halluzinogene Wirkung hat. Die Nuss selbst erinnert an Muskatnüsse und wird überall an speziellen Ständen verkauft. Zum Konsum wird ein kleines Päckchen aus den Blättern der Betelnuss gebaut. Hierin werden kleine Stücke der Betelnuss mit Kalkpulver eingewickelt. Dies wird möglichst lange gekaut und regt dabei den Speichelfluss stark an. Es ist daher ein allgegenwärtiges Bild in Burma, dass Leute blutrote Flüssigkeit ausspucken.







In Yangon gab es außer der Shwedagon Pagode nur wenige Sehenswürdigkeiten. Wir sind ein bißchen durch die Stadt gelaufen und es war interessant, die Menschen in ihrem Alltag zu beobachten. Leider haben wir nicht sehr viel ansprechendes Streetfood gefunden.
Wir waren aber auch von den zuvor bereisten Ländern verwöhnt, in denen eine regelrechte Obsession für Frische und Qualität bestand. Ein paar Leckereien haben wir aber dennoch entdeckt.





Wir beschlossen gleich am nächsten Tag mit dem Zug zum Inle See zu fahren. Das Kaufen der Tickets war nicht sehr leicht. Einerseits waren die Schilder für uns gar nicht zu entziffern, andererseits entbrannte ein großes Gedrängel, in dem anscheinend der Gewinnt, der sein Geld und seine Papiere möglichst weit durch die Absperrung reicht.


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